Aktion 18. März - Für demokratische Tradition und revolutionären Geist

Kurze Geschichte der Aktion 18. März

Im Herbst 1978 formulierten Mitglieder der in Auflösung begriffenen »Initiative für Unabhängigkeit und Einheit gegen die Supermächte« einen Aufruf für den 18, März als Nationalfeiertag in beiden deutschen Staaten. In der BRD sollte der 17. Juni und in der DDR der 7. Oktober abgeschafft und statt dessen der 18. März gefeiert werden. Die Schriftstellerin Ingeborg Drewitz und der ehemalige Bürgermeister von Berlin (West) Heinrich Albertz übernahmen die Schirmherrschaft der Aktion. Es wurde ein schwarz-rot-goldenes Plakat gedruckt mit dem Text: Konservative, Christen, Antifaschisten (schwarzes Feld) - Sozialisten, Kommunisten (rotes Feld) - Parteilose, Liberale, Unabhängige (gelbes Feld) gemeinsam für ein demokratisches, friedliebendes und vereintes Deutschland.

Am 2. Januar 1979 erschien der Aufruf mit 269 Unterschriften als Anzeige in der Frankfurter Rundschau. Die Bemühungen von Ingeborg Drewitz, Unterschriften von DDR-Bürgern zu erhalten, schlugen fehl. In der DDR wurde die Zeitungsanzeige verschwiegen und in der BRD mit einem milden lächeln bedacht. Allerdings stand in der Zeit: »Verachtet mir die Dichter und die Träumer nicht.«

Bis 1989 wurden Unterschriften (und Geld) für Zeitungsanzeigen zum 18. März bzw. 17. Juni gesammelt. Im Laufe der Jahre gaben rund 5000 Menschen ihre Unterschrift. An jedem 18. März wurden Kränze zum Friedhof der Märzgefallenen nach Friedrichshain gebracht, ab 1989 zusammen mit einer Delegation aus Berlin-Wilmersdorf. Der westberliner Bezirk Wilmersdorf war »Patenbezirk« des ostberliner Bezirks Friedrichshain.

Ende 1989 war es endlich möglich, gesamtdeutsch für den 18, März zu werben. Beate Buchwald aus Marzahn wurde die »Sprecherin-Ost«. Dr. Heinz Warnecke aus Prenzlauer Berg der wissenschaftliche Berater der Aktion 18. März.

Im Mai 1990 fordert die Aktion - jetzt auch mit vielen hundert Unterschriften von Bürgern der DDR - in einem offenen Brief die Abgeordneten des Bundestages und der Volkskammer auf, sich für den 18. März als Feiertag in einem vereinten Deutschland einzusetzen. Ohne Erfolg. Nationalfeiertag wurde der 3. Oktober.

Am 26. August 1994 wurde die Kinderhymne von Bertold Brecht auf die Giebelwand eines Gebäudes am Reichstag gemalt. Das Gebäude gibt es nicht mehr. Wegen der Reichstagsverhüllung kamen aber zehntausende Menschen und lasen auch diese Verse.

Der 18. März 1998 war hundertfünfzigster Jahrestag der 48er Revolution: Gemeinsam mit den Bezirksbürgermeistern Jörn Jensen, Helios Mendiburu und Joachim Zeller wurde ein Gedenkzug von Tiergarten über Mitte nach Friedrichshain organisiert. Auf dem Friedhof der Märzgefallenen sprachen - wie bei der Grablegung 1848 - ein evangelischer und katholischer Geistlicher und ein Vetreter der jüdischen Gemeinde. Die Bezirksverordnetenversammlung des Bezirks Mitte beschließt einstimmig die Umbenennung des Platzes vor dem Brandenburger Tor in »Platz des 18. März 1848« Bausenator Kleemann verbietet die Umbenennung. Die Bürgermeister Jensen und Zeller bringen dennoch Schilder an. Sie werden von der Polizei wieder entfernt. Unter Federführung von Volker Hobrack, dem Vorsitzenden der Gedenktafelkommission werden zwölf Barikadenstandorte mit gusseisernen Tafeln markiert. Die künstlerische Gestaltung lag in den Händen von Manfred Butzmann , die Texte gestaltete Heinz Warnecke .

18. März 2000 Mit der Kampagne »Achtzehnhundertachtundvierzig Unterschriften für den Platz des 18. März« wird weiter für die Umbenennung gekämpft. Auf Vorschlag von Wolfgang Thierse soll mit dem 18. März nicht nur an 1848, sondern auch an den 18. März 1990 erinnert werden, als die ersten Wahlen zur Volkskammer der DDR nach der Wende stattfanden. Dieser Vorschlag wird vom Senat akzeptiert und seit Juni 2000 gibt es mit dem Segen der Obrigkeit einen »revolutionären« Platz.

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